Ruhen in Gott (gebundenes Buch)

Eine Geschichte der christlichen Mystik
ISBN/EAN: 9783406773754
Sprache: Deutsch
Umfang: 476 S., 17 Farbfotos
Format (T/L/B): 3.7 x 22.2 x 15.2 cm
Einband: gebundenes Buch
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Griechische Mönche gelangten durch Askese zur Ruhe in Gott, Bernhard von Clairvaux ließ sich vom Gekreuzigten umarmen, und Mechthild von Magdeburg gab sich ihrem Bräutigam Christus hin. Volker Leppin erzählt die Geschichte der christlichen Mystik ganz neu, indem er zeigt, dass die Suche nach der unmittelbaren Nähe Gottes bereits zum Kern frühchristlicher Lehre gehörte. Sie wurde im orthodoxen Christentum in Mönchtum und Liturgie formalisiert, im Westen an den Rand gedrängt und konnte gerade dadurch zur treibenden Kraft christlicher Erneuerungsbewegungen werden. Mystikerinnen und Mystiker fühlten sich Gott so nah, dass Unterschiede zwischen Klerikern und Laien, Männern und Frauen für sie hinfällig wurden. Oft hing es von Zufällen ab, ob sie deshalb als Reformer und Erleuchtete verehrt wurden wie Franziskus von Assisi und Hildegard von Bingen oder in Ketzereiverdacht gerieten wie Marguerite Porete und Meister Eckhart. Volker Leppin zeigt in seiner glänzenden Darstellung, wie die frühchristliche Lehre in Verbindung mit der platonischen Philosophie mystische Weltbilder und Heilswege geformt hat, die zum Kern orthodoxer Spiritualität wurden, im Westen aber hoch umstritten blieben, auch im Protestantismus. Dass die Mystik im 19. und 20. Jahrhundert für antimoderne Ideologien eingespannt wurde, hat sie erneut suspekt gemacht. Doch die Frage nach Gemeinsamkeiten mit anderen Religionen und eine wachsende Distanz zur Kirche zeigen, dass Mystik für das Christentum gerade in der Moderne überlebenswichtig ist.
Volker Leppin ist Professor für Kirchengeschichte an der Universität Tübingen (ab August 2021 an der Yale University) sowie Mitglied der Sächsischen und der Heidelberger Akademie der Wissenschaften. Für seine Forschung zum späten Mittelalter wurde er u.a. mit dem Ruprecht-Karls-Preis der Universität Heidelberg, dem Hanns-Lilje-Preis der Göttinger Akademie der Wissenschaften und dem Gerhard-Hess-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft ausgezeichnet.