Mandela, Briefe

Er zählt wahrscheinlich zu den bekanntesten Menschen, die für die Abschaffung der Apartheid in Südafrika eintraten: Die Rede ist von Nelson Mandela. Viele Buchseiten, Dokumentationen, Bildbände und Biografien sind über diesen besonderen Mann und Freiheitskämpfer verfasst worden.

In diesem Jahr jährt sich dessen Geburtstag zum 100. Mal. "Briefe aus dem Gefängnis" bieten zu diesem Anlass einen ganz persönlichen Einblick in das Leben des ehemaligen Präsidenten Südafrikas. Auf etwas mehr als 700 Seiten werden mehr als 250 Gefängnisbriefe Mandelas gezeigt, die in der Zeit von 1962-1990 entstanden.

Jedes einzelne dieser Schreiben ist sehr lesenswert, da sie die Unterschiedlichkeit des (Gefängnis-)Lebens u.a. in Pretoria, im Hochsicherheitsgefängnis "Robben Island" oder im Hochsicherheitsgefängnis Pollmoor deutlich machen. Diese Briefe sind jedoch nicht ausschließlich als historische Dokumente zu lesen und zu verstehen, denn die Sammlung enthält nicht nur viele politische Briefe, Terminabsprachen mit Anwälten oder Beschwerden an die Gefängnisleitung. Genauso sind ermunternde Worte an die Mandela-Familie und politische Weggefährten sowie Geburtstagswünsche an die Familie und Briefe an die Ehefrau Winnie Mandela zu finden.
Die einzelnen Texte werden in den Zusammenhang historisch eingeordnet und ihre Adressaten im Anhang genauer vorgestellt, um ein besseres Verstehen zu erlangen. Einige Fotos von Mandela und Abdrucke der Originalbriefe runden zudem den sehr positiven Eindruck des Buches ab. Gewinnbringend ist es dennoch, das Buch parallel zu einer Biografie Mandelas zu lesen, da dadurch ein noch besserer Einblick gewährleistet ist.

"Briefe aus dem Gefängnis" ist ein wahrer Lesetipp! Denn durch alle Seiten des Buches ziehen sich Mandelas Gedanken der Freiheit und Gleichheit wie ein "roter Faden". Eine Freiheit und Gleichheit, von der Mandela lange Zeit träumte und die für ihn Wirklichkeit wurde. Diese Gedanken haben heute an Bedeutung nicht verloren und machen das Fehlen der mahnenden Stimme Mandelas deutlich. Einer Stimme die aktueller nicht sein könnte, die schon im Jahr 1967 in Anlehnung an einen Bericht des "Joint Planning Council" des Afrikanischen Nationalkongresses sagte: "Alle Menschen ungeachtet ihrer ethischen Zugehörigkeit haben das Recht, ein freies Leben auf der Grundlage völliger Gleichheit zu führen."

Ulrich Mang


Bibliographie
Tipp
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Briefe aus dem Gefängnis
Nelson Mandela
Briefe aus dem Gefängnis
EAN: 978-3-406-71834-2
BRIEFE, DIE TIEF BEWEGEN UND BEEINDRUCKEN - DAS INTERNATIONALE BUCHEREIGNIS 1962, auf dem Höhepunkt einer brutalen Kampagne des südafrikanischen Apartheidregimes gegen die politische Opposition, wurde der vierundvierzigjährige Anwalt und Aktivist des Afrikanischen Nationalkongresses (ANC) Nelson Mandela verhaftet. Er ahnte nicht, dass er die folgenden siebenundzwanzig Jahre im Gefängnis verbringen würde. Im Laufe seiner 10 052 Tage in Haft schrieb der künftige Führer Südafrikas eine Vielzahl von Briefen an sture Gefängnisbehörden, an Mitstreiter, Regierungsfunktionäre und insbesondere an seine Frau Winnie und seine fünf Kinder. Nun erlauben uns mehr als 250 ausgewählte Briefe, die meisten davon bislang unveröffentlicht, einen höchst unmittelbaren Blick auf diesen außergewöhnlichen Menschen. Ob er über den Tod seines Sohnes Thembi schreibt, ob er seine ebenfalls inhaftierte Frau unterstützt oder eine bis heute aktuelle Philosophie der Menschenrechte entwirft - aus den "Briefen aus dem Gefängnis" spricht ein Mann, den keine Macht auf Erden zu beugen vermochte. Heute wird Nelson Mandela als einer der inspirierendsten Menschen des 20. Jahrhunderts verehrt. "Eine neue Welt wird nicht von denen geschaffen, die tatenlos beiseitestehen, sondern von denen, die sich in die Arena begeben, deren Kleider vom Sturmwind zerfetzt sind und deren Leiber im Kampf bleibende Spuren davontragen." Nelson Mandela"Mandelas Worte geben uns einen Kompass in einem Meer des Wandels." Barack Obama

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