David

Über dieses Buch zu reden ist etwas schwierig, da ich ja nicht zu viel verraten möchte. Die Spannung dieses Romans ergibt sich aus der Frage, wie die einzelnen Handlungsstränge am Ende zusammenpassen werden. Was Judith Taschler in meinen Augen wieder grandios gelingt. Wie auch in ihren anderen Büchern erschließen sich die Zusammenhänge erst im Laufe der Geschichte. Anspruchsvoll, raffiniert und psychologisch dicht erzählt die Autorin in ihrem Roman "David" über Familienbeziehungen, Identität, Adoption und die großen Wendepunkte im Leben. Es kommen vier Generationen zu Wort und die Geschichte wird aus unterschiedlichen Perspektiven und auf verschiedenen Zeitebenen erzählt.

Da ist Magdalena über die wir am meisten erfahren. Wir begleiten sie nahezu durch ihr ganzes Leben. Sie verliert sehr früh, im Alter von 6 Jahren ihre Eltern und wächst dann bis zum 12.Lebensjahr bei ihrer geliebten Großmutter Clara auf. Als diese stirbt kommt Magdalena schließlich in einem Heim unter. Eine unglückliche Zeit für Sie. Mit 17 geschieht ein weiteres einschneidendes Erlebnis in ihrem Leben.

Jahrzehnte später reist Magdalena zurück in den Ort ihrer Kindheit. Mit dem Plan, das verwahrloste Haus ihrer Großmutter Carla zu renovieren. Auf diesem Grundstück trifft sie Jan. Jan ist die zweite zentrale Figur. Jan ist ein junger Mann, der sein Leben in vollen Zügen genießt, aber Angst hat vor der Liebe. Mit achtzehn verliert er seine Mutter bei einem tragischen Auto-Unfall, ein halbes Jahr später erhält er dann einen verstörenden Brief, durch den sein bisheriges Leben - seine Herkunft und Identität - auf den Kopf gestellt wird. Er erfährt, dass in seinem ersten Lebensjahr sein Name David gewesen sein soll und er nach einem Mann benannt wurde, der vor vielen Jahren aus der Kriegsgefangenschaft heimkehrte und seiner Frau einen Baum, einen Davidsahorn, als Geschenk mitbrachte. Dieser Baum war es, gegen den das Auto seiner Mutter schlitterte und dieser Baum steht auf Magdalenas Grundstück.

Was Jan schlussendlich über seine Herkunft und Familiengeschichte erfährt, was das alles mit Magdalena und dem Baum zu tun hat erzählt Judith Taschler sehr schön, spannend und unaufgeregt

S.Krahl


Bibliographie
Tipp
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David
Judith W Taschler
David
Roman
EAN: 978-3-426-28133-8
Nach dem viel rezensierten erfolgreichen Spiegel-Bestseller "bleiben" legt die renommierte und preisgekrönte Innsbrucker Autorin Judith W. Taschler mit einem Roman nach, der literarisches Niveau mit einer klaren, unverwechselbaren Sprache verbindet, die von Literaturkritikerin Christine Westermann hochgelobt wird. 'Ich freue mich jedes Mal, wenn ein neues Buch der Autorin erscheint, weil ich ihre Art zu schreiben sehr schätze.' Christine Westermann, WDR2.Anspruchsvoll, raffiniert und psychologisch dicht schreibt die Bestseller-Autorin in ihrem Roman "David" über Familienbeziehungen, Identität, Adoption und die großen Wendepunkte im LebenJan genießt sein Leben in vollen Zügen, hat aber Angst vor der Liebe. Mit achtzehn verliert er seine Mutter bei einem tragischen Auto-Unfall, ein halbes Jahr später erhält er einen verstörenden Brief, durch den sein bisheriges Leben - seine Herkunft und Identität - auf den Kopf gestellt wird. In seinem ersten Lebensjahr soll sein Name David gewesen sein.Er wurde nach einem Mann benannt, der vor vielen Jahren aus der Kriegsgefangenschaft heimkehrte und seiner Frau einen Baum, einen Davidsahorn, als Geschenk mitbrachte, bevor er starb. Dieser Baum war es, gegen den das Auto seiner Mutter schlitterte. In ihm sind die Initialen "R", "E" und "V" eingeritzt.Was Jan schlussendlich über seine Herkunft und Familiengeschichte erfährt, erzählt Judith W. Taschler gewohnt mehrstimmig, sprachlich virtuos und mit der ihr eigenen unaufgeregten Empathie.

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